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Zwei Kilometer mehr für Radler und Fußgänger

von Redaktion

Archiv Velden
Archiv Velden

Zwei Kilometer sind die beiden Orte Hinterskirchen und Neufraunhofen voneinander entfernt. Das ist zwar nicht weit, aber für Radler und Fußgänger sind sie neuerdings doch noch etwas näher zusammengerückt: Mit einem Festakt wurde am Donnerstag Vormittag der neue Radweg zwischen den beiden Orten entlang der Kreisstraße LA 8 eingeweiht. Dabei freuten sich Bürgermeister Bernhard Gerauer und Landrat Peter Dreier, damit einen langgehegten Wunsch der Gemeinde Neufraunhofen erfüllen zu können.

Zum Radfahren lud das Wetter bei der Eröffnungsfeier am Donnerstag wahrlich nicht ein: Pünktlich zum Beginn der Ansprachen ärgerten Regenschauer wechselnder Intensität die Gäste der kleinen Zeremonie beim Weiler Kobl kurz vor Neufraunhofen. Die Freude von Bürgermeister Bernhard Gerauer über den neuen Radweg konnte das freilich nicht trüben: „Es ist schön, dass unser inniger Wunsch nach diesem ortverbindenden Radweg realisiert werden konnte“, meinte er im Zusammenhang mit einem Dank an den Landkreis Landshut für dessen finanziellen Einsatz beim Bau des Weges. Etwa 740 000 Euro ließ sich der Kreis den rund zwei Kilometer langen Geh- und Radweg kosten, die Gemeinde steuerte 180 000 Euro bei. Rechne man noch die theoretischen Planungskosten für die Arbeiten in der Bauverwaltung des Landkreises dazu, komme man auf Baukosten von rund einer Million Euro, meinte Landrat Peter Dreier zur Kosten-Thematik.

Besonders hatte Bürgermeister Gerauer zuvor noch den Grundstückseigentümern entlang der Strecke gedankt. Ihre gute Kooperation und Bereitschaft, Grund abzugeben, habe den Bau überhaupt erst ermöglicht. An der Stelle, wo der Festakt für die offizielle Verkehrsfreigabe stattfand, steht sogar ein Ruhebankerl, das der gegenüber der Straße liegende Biohof Steckermeier spendiert hatte, wie Gerauer ebenfalls anerkennend bemerkte. Für die im Regen ausharrenden Ehrengäste war es dabei am Donnerstag wenig tröstlich, dass man von dieser Stelle aus am Horizont hinter der Veldener Pfarrkirche die Umrisse der Alpengipfel sah – aber für Radler und Fußgänger, die Fernblick mögen, wird diese Stelle bei gutem Wetter sicher ein schöner Tipp für die Zukunft sein. Generell meinte Gerauer an die Grundeigentümer gerichtet, sie hätten die Maßnahme stets positiv begleitet.

Noch in der Amtszeit

Landrat Peter Dreier blickte in seiner Ansprache darauf zurück, dass man anlässlich einer Bierprobe für das Hinterskirchener Volksfest vor einigen Jahren erstmals konkret auf das nunmehr realisierte Radweg-Projekt zu sprechen gekommen sei. „Dass das jetzt noch in Deiner Amtszeit etwas geworden ist, freut mich besonders“, meinte Dreier an Bürgermeister Bernhard Gerauer gewandt, der bereits bekanntgegeben hat, aus Altersgründen nicht mehr für das Bürgermeisteramt in der Gemeinde Neufraunhofen zu kandidieren. Der Landkreis versuche, sein Straßen- und Radwegenetz in bestmöglichem Zustand zu erhalten, betonte Dreier. Das sei vor allem mit Blick auf den Grunderwerb nicht immer ganz einfach, räumte er ein.

Lob zollten sowohl Landrat Dreier als auch Bürgermeister Gerauer der Baufirma Karl aus Innernzell, die den Bau in der Zeit von Mitte Mai bis Mitte September genau nach dem vereinbarten Zeitplan reibungslos über die Bühne gebracht habe. Wie Peter Dreier zum Radweg selbst noch erwähnte, sei dieser 2,50 Meter breit, so dass sich dort niemand bei Begegungsverkehr in die Quere kommen dürfte. In diesem Zusammenhang machte Dreier auch deutlich, dass mit dem künftig von der vielbefahrenen Kreisstraße abgetrennten Radweg auch etwas für die Verkehrssicherheit getan werde. „Die Verkehrssituation auf der LA 8 hat sich für alle verbessert“, fasste Landrat Dreier zusammen.

Diakon Uli Hümmer und Pfarrer Andreas Reisberg sprachen für die katholische und die evangelische Kirche Segensworte anlässlich der offiziellen Einweihung des Radweges. Angesichts der Regens meinte Reisberg dabei humorvoll, dass sich die besondere Erwähnung von Weihwasser an diesem Tag nicht anbiete. Diakon Hümmer rief die Schutzpatrone rund um Straße und Verkehr an, die künftigen Nutzer des Weges zu beschirmen, bevor der Weg dann tatsächlich mit Weihwasser kirchlicherseits seiner Bestimmung übergeben wurde. Dass danach noch die Ehrengäste aus Politik und Verwaltung zur Schere griffen, um das Band zu zerschneiden, mit dem der Weg gesperrt war, bildete schließlich den weltlichen Akt der Verkehrsfreigabe und den Höhepunkt der Feier. Und pünktlich mit dem Ende des Festaktes ließ dann auch der Regen nach, so dass die Teilnehmer zumindest noch trocken zu ihren Autos kamen; auf Radfahren hatte an diesem Tag regenbedingt niemand große Lust.

Quelle: Vilsbiburger Zeitung - Lokalteil Velden vom 12. Oktober 2019

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