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Die Gemeinde nachhaltig geprägt - zum Tod von Altbürgermeister und Ehrenbürger Gottfried Rampl

von Redaktion

Gottfried Rampl
Gottfried Rampl

Wenige Tage nach seinem 94. Geburtstag ist Altbürgermeister und Ehrenbürger Gottfried Rampl am 6. Oktober gestorben. Mit seinem kommunalpolitischen Wirken hat er die Gemeinde Neufraunhofen maßgeblich gestaltet und ihr in der Zeit der Gebietsreform die Selbstständigkeit erhalten.

Gottfried Rampl wurde im Haus des heutigen Gasthauses Rampl geboren. In seinem Heimatort besuchte er die Schule und erlernte im elterlichen Betrieb den Beruf des Metzgers. In seiner Jugend wurde er von drei Jahren Kriegsteilnahme und einer anschließenden dreijährigen Gefangenschaft in Frankreich geprägt. Zurück in der Heimat war er nach Ablegung der Prüfung zum Metzgermeister in Neufraunhofen als Viehhändler und Landwirt tätig. Im Jahr 1952 heiratete er Hermine Gruber aus Altweg. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor. Bei guter Gesundheit war es dem Paar gegönnt, im Jahr 2012 die Diamantene Hochzeit zu feiern. Der Tod seiner Ehefrau im September 2016 war für ihn ein schwerer Schlag, mit dem seine Kräfte sichtbar nachließen.

Im Jahr 1956 wurde Gottfried Rampl zum ersten Mal in den Gemeinderat von Neufraunhofen gewählt. Von 1960 bis 1973 war er Zweiter Bürgermeister und von 1973 bis zum 30. April 1996 Bürgermeister der Gemeinde Neufraunhofen.

Die erste Aufgabe als Bürgermeister war die Schaffung einer zentralen Wasserversorgung für den Ort Neufraunhofen. Später wurden über den „Neufraunhofener Weg“ fast alle Anwesen auf freiwilliger Basis an die zentrale Wasserversorgung angeschlossen. Weitere zukunftsorientierte Maßnahmen waren die zentrale Abwasserbeseitigung für die größeren Orte, Straßenbauten, die Ausweisung des Geländes für den Sportverein, die Bereitstellung von Bauland und der Bau des Gemeindehauses in Neufraunhofen. Besonders stolz war Gottfried Rampl auf den Bau des Kindergartens in Neufraunhofen.

Ohne den massiven Einsatz von Gottfried Rampl würde es die Gemeinde Neufraunhofen in dieser Form auch heute gar nicht geben. Ihm ist es bei der Gebietsreform gelungen, eine selbstständige Gemeinde innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Velden zu erhalten und die Gemeindeteile Neufraunhofen und Hinterskirchen zusammenzuführen. Dieses erfolgreiche Wirken hat der Gemeinderat mit der Ernennung zum Altbürgermeister und zum Ehrenbürger gewürdigt. Als besondere Anerkennung erhielt Gottfried Rampl 1998 auf Vorschlag der Gemeinde das Bundesverdienstkreuz. Schon im Jahr 1991 wurde ihm vom damaligen Regierungspräsidenten Dr. Herbert Zeitler die Medaille für kommunale Verdienste in Bronze überreicht und als Förderer des kommunalen Sports erhielt er die Ehrennadel in Silber.

Bei der Feier zum 90. Geburtstag von Gottfried Rampl hatte Landtagsabgeordneter und Staatsminister a.D. Erwin Huber seine lange Freundschaft mit dem Jubilar hervorgehoben In seiner launigen Laudatio führte der Staatsminister a.D damals aus, dass Gottfried Rampl sein Amt als Bürgermeister mit großem Erfolg, Geradlinigkeit, einer intensiven Bürgernähe sowie einer großen Portion Schlitzohrigkeit ausgeübt habe. „Neufraunhofen hat ihm viel zu verdanken und er kann stolz auf sein Lebenswerk sein“, hatte Erwin Huber damals in seiner Rede ausgeführt.

Neben diesem kommunalpolitischen Engagement hat Gottfried Rampl das Vereinsleben in Neufraunhofen über Jahrzehnte hinweg geprägt. So war er Vorsitzender des Sportvereins, Vorsitzender der Feuerwehr und Schützenmeister. Weiterhin war er über Jahrzehnte ein begeisterter Sänger, Mitglied des Männerchors und des Kirchenchors Neufraunhofen. Neben den vielen Verpflichtungen für Familie, kommunalpolitisches Ehrenamt und Vereine war für ihn auch die Jagd eine besondere Passion.

Information:

Der Trauergottesdienst mit anschließender Urnenbestattung findet am Freitag, 13. Oktober, um 14.30 Uhr in der Schlosskirche Neufraunhofen statt.

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