Fotolia-Lizenzfoto #

Der Zusammenhalt ist die große Stärke

von

Bürgermeister Anton Maier über die ersten Monate seiner neuen Aufgabe

Lizenzfoto Fotolia Bilddatenbank
In der kleinen Kanzlei in Neufraunhofen hat der neue Bürgermeister Anton Maier immer ein offenes Ohr für seine Bürger

„Neben dem Schloss und der gräflichen Familie Soden-Fraunhofen sowie dem Trachtenverein Hinterskirchen und dem Sportverein wird in der Öffentlichkeit wohl kein Name mit der Gemeinde Neufraunhofen so eng verbunden, wie der Name Gerauer“, würdigte der Bürgermeister die Persönlichkeit seines Amtsvorgängers, als Gerauer mit der Bürgermedaille ausgezeichnet und zum Altbürgermeister ernannt wurde.

Mit Respekt und Gelassenheit im Amt

Doch Maier hat kein Problem damit, diese Herausforderung anzunehmen. Der gebürtige Neufraunhofener saß bereits 18 Jahre im Gemeinderat und hat in den vergangenen sechs Jahren das Amt des dritten Bürgermeisters ausgeübt. „Mein Vorgänger, Bernhard Gerauer, hat mir bereits diverse Aufgaben übertragen.“ So war er bereits auf vielen Terminen und wusste letztlich, was auf ihn zukommt. Zudem war er zwölf Jahre Vorsitzender des Sportvereins. Und deshalb sah er der Aufgabe als ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Neufraunhofen zwar mit Respekt, aber doch gelassen entgegen.

Dabei hatte er vor sechs Jahren das Amt des Bürgermeisters noch gar nicht auf dem Zettel. Er war beruflich viel unterwegs und hatte sich so eine zeitintensive Aufgabe in der Kommunalpolitik gar nicht vorstellen können. Doch als er als kaufmännischer Leiter zu der Arbeitsgemeinschaft Isentalautobahn wechselte und die ihm viel Freiräume zugestanden hat, kam er ins Nachdenken. Als auch seine Frau zustimmte, war der Weg frei. Ihre Unterstützung war ihm wichtig, denn „als Bürgermeister ist man ein öffentlicher Mensch. Wenn man selbst oder die Familie das nicht mag, dann ist man bei diesem Amt an der verkehrten Stelle“.

Anton Maier sagt von sich, dass er Dinge ordnen und einordnen kann. Zudem könne er gut mit Menschen reden. Das sind Eigenschaften, die ihm in der neuen Konstellation im Gemeinderat sicher helfen. Dort sitzen sieben neue Gemeinderatsmitglieder, die erst an die Arbeitsweise eines kommunalen Gremiums herangeführt werden müssen. Zudem habe man erstmals zwei Frauen im Gremium, die noch einmal eine andere Sicht auf die Dinge haben. „In den vergangenen Jahren hatten wir einen Gemeinderat mit viel Erfahrung, jetzt sind viele Mitglieder zwischen 25 und 40 Jahren“. Doch Maier macht auch deutlich, dass man vorher ein gutes Miteinander pflegte und das fortgeführt werde. „Bei uns geht es rein um die Sache. Ich kenne nicht ein Thema, das politisch motiviert besprochen wurde“. Er ist überzeugt: „Wenn etwas vernünftig besprochen und Einzelheiten auch kritisch hinterfragt werden, dann stößt das Ergebnis auch auf breite Zustimmung“.

Die Coronazeit ist für ihn eigentlich angenehm: Termine und Veranstaltungen sind weggefallen und er hat viel Zeit für seine Familie sowie freie Wochenenden. Allerdings weiß er auch, dass Veranstaltungen Orte sind, wo er „mit den Leuten in Kontakt kommt“. Informationen und Feedback, die er dadurch bekommt, fehlen ihm schon. Nichtsdestotrotz hat der Gemeinderat bereits diverse Dinge auf den Weg gebracht: So unter anderem die Erneuerung der Ortsdurchfahrt, die die Gemeinde für den Staat zwischenfinanziert hat. „Sonst wäre es nicht so rasch gegangen“, erläutert Anton Maier. Das war nicht so schwierig, denn die Gemeinde mit rund 1100 Einwohnern ist schuldenfrei. Dazu kommt der Verkauf der Grundstücke im Baugebiet Thaler Feld, die innerhalb von drei Monaten überwiegend an einheimische Bewerber verkauft worden waren. „Daran merkt man, dass ein gewisser Bedarf da ist“, so Maier.

Es warten zahlreiche Herausforderungen

Wenn er einen Wunsch frei hätte, wäre das deshalb auch ein kleines Bau- und Gewerbegebiet samt der nötigen Infrastruktur und den nötigen Mitteln. Schließlich gibt es in nächster Zeit in Sachen Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung einiges zu tun. Maier erinnert hier an die Komplettsanierung des rund 70 Jahre alten Kanalnetzes oder die Auflösung der Kläranlage, da die Gemeinde an die leistungsfähigere Kläranlage in Velden angeschlossen wird. Aktuell wird zudem das alte Schulhaus in Hinterskirchen saniert, in dem drei Wohnungen für Bürger mit einem kleinen Geldbeutel entstehen sowie Räume für die Ortsvereine.

Gerade die Vereine sind für Anton Maier das Rückgrat der Gemeinde. Sie verbinden alle Ortsteile und fördern den Zusammenhalt der Bürger. Er muss es wissen, schließlich ist er in praktisch allen Ortsvereinen Mitglied. Was aus seiner Sicht Neufraunhofen auszeichnet ist der Zusammenhalt der Bürger. „Da werden auch mal selbst Dinge erledigt und nicht gleich nach der Gemeinde gerufen“, beschreibt es Anton Maier. Und das ist ein Pfund, mit dem er gerne wuchert.

Quelle: Vilsbiburger Zeitung

Zurück